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Deutschland

Die deutsche Weinbautradition ist mehr als 2.000 Jahre alt

Weinland Deutschland

Geschichte

Die Weinkultur in Deutschland ist über 2000 Jahre alt. Vor dieser Zeit wurde zwar kein Wein angebaut, aber importiert, was eine griechische Weinflasche aus Ton beweist, die in einem keltischen Grab aus der Zeit um 400 v. Chr. gefunden wurde. An den Ufern des Rheins, der Nekar und der Mosel befinden sich die ältesten Weinberge Deutschlands, die auch heute noch zu den klassischen Anbaugebieten zählen. Durch die Kolonisation der Griechen in Gallien und die römische Kultur hat sich der Weinbau in Deutschland etabliert. Als Julius Cäsar Gallien erobert hatte, gelangte der römische Weinbau dann vom Rhônetal bis an den Rhein. Eine weitere Ausdehnung der Rebflächen fand im 5. Jahrhundert durch den römischen Kaiser Probus statt. In den folgenden zwei Jahrhunderten verbreitete sich der Anbau der Weinreben in den Süden und Norden des Landes. Bedeutende Impulse für den Weinbau gab dann später Kaiser Karl der Große. Durch ihn wurde veranlasst, dichte Wälder zu roden und die Flächen mit Reben aus Ungarn, Italien, Spanien Lothingen und der Champagne zu bestocken. Durch ihn wurden Gesetze zur Weinbereitung und zum Ausschank erlassen. Katholische Mönche des Ordens Zisterzienser gründeten europaweit tausende Klöster und waren hauptverantwortlich für kultivierten Weinbau. Die Mönche verstanden das Winzerhandwerk und setzten sich professionell mit Weingartenpflege, der Auswahl verschiedener Rebsorten und der Weinbereitung auseinander. Zwölf Mönche gründeten im Jahre 1136 das populäre Kloster Eberbach im Rheingau, was mit seinen Ablegern zum größten Weinbauunternehmen der ganzen Welt wurde. Die Gründer stammten aus Burgund und bauten zuerst mitgebrachte Rotweinreben an – später wechselten sie aufgrund der klimatischen und geografischen Verhältnisse dann aber zu weißen Rebsorten. Im 15. Jahrhundert standen Weinreben in Deutschland auf ungefähr 400.000 Hektar, das ist die vierfache Größe der bestockten Rebfläche heutzutage. Kälteperioden wie die kleine Eiszeit (1450-1850) verursachten Missernten und ließen den Anbau von Weinreben zurückgehen. Auch die Reblaus- und Mehltauplage zu Beginn der 1860er Jahre waren verantwortlich für einen Rückgang des Weinbaus. Es wurden dadurch weite Flächen zerstört, die zum Teil nicht mehr neu bestockt wurden. Ein weiterer Grund dafür, dass heute weniger Wein in Deutschland kultiviert wird, ist der Dreißigjährige Krieg. Er zerstörte sehr viele Anbaugebiete in großem Ausmaß. Davon hat sich der deutsche Weinbau bis heute nicht komplett erholt. Erneute Einbußen verursachten die beiden Weltkriege. Hinzu kommt, dass Wein mit der Zeit immer teurer wurde und vom Massengetränk Bier immer weiter vom Markt verdrängt wurde.

Zahlen

Im Jahre 2012 lag die bestockte Rebfläche bei 102.000 Hektar. Es wurden 9,3 Millionen Hektoliter Wein produziert, wovon circa ein Viertel exportiert wurden.

Anbaugebiete & klimatische Bedingungen

In Deutschland gibt es 13 Anbaugebiete, die in Bereiche, Großlagen und Einzellagen aufgeteilt sind. Nur bei diesen Gebieten darf ein Wein die Bezeichnung Qualitätswein tragen. 11 der Anbaugebiete liegen am Rhein und seinen Nebenflüssen. Der Weinbau konzentriert sich in Deutschland auf die zum Rheintal abfallenden Hänge, auf die Uferhänge der Neckar, des Mains, der Mosel, der Ahr und der Nahe und auf das Bodenseeufer. Auch Gebiete im Osten, im Elbtal, an der Salle und Unstrut zählen dazu. Die Weinbaugebiete in Deutschland zählen zu den nördlichsten der Welt. Sie befinden sich im Grenzbereich zwischen dem feuchtwarmen Golfstromklima im Westen, sowie dem trockenen Kontinentalklima im Osten. Daraus resultieren die ganz unterschiedlichen Bodenbeschaffenheiten und Klimabedingungen innerhalb des Landes. Die Böden unterscheiden sich innerhalb des Landes sehr stark: sie können aus Basalt, Muschelkalk, Fels, Schiefer, Vulkangestein usw. sein.

Rebsorten

In Deutschland ist die häufigste Rebsorte die weiße Sorte Riesling. Es sind 513 Hektar mit dieser Rebsorte bestockt. Dieser Bestand ist in den letzten zehn Jahren relativ konstant geblieben. Neben der weißen Rebsorte Riesling erfreuen sich in Deutschland die weißen Rebsorten Silvaner, Kerner und Grauburgunder großer Beliebtheit. Es gibt auch Aufsteiger bei den roten Rebsorten wie die Neuzüchtung Regent, deren Bestand um das 12-fache angestiegen ist. Auch der Anteil der Sorten St. Laurent und Dornfelder ist auf deutschen Rebflächen um das 4,3-fache und 3,7-fache gestiegen. Weitere beliebte Rotweinsorten sind Spätburgunder, Dornfelder, Portugieser und Trollinger.

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